Photodynamische Therapie (PDT)

Unter einer photodynamischen Therapie versteht man ein vergleichsweises unkompliziertes, schonendes und sehr effektives Verfahren zur Behandlung verschiedener oberflächlicher Hautkrebsformen (z. B. Basaliom, Morbus Bowen) und ihrer Vorstufen (aktinische Keratosen). Bei letztgenannten gilt sie als Behandlung der ersten Wahl bei flächiger Ausdehnung (Feldkanzerisierung).

Wirkprinzip

Im Rahmen der PDT können gezielt die kranken Hautzellen zerstört werden, während das gesunde umliegende Gewebe geschont wird.

Auf das betroffene Hautareal wird eine spezielle photoaktive Creme aufgetragen, dessen Wirkstoff selektiv in die kranken Zellen eindringt. Nach ca. 3 Stunden Einwirkzeit wird das Hautareal mit einer Rotlichtlampe belichtet, die ein bestimmtes Lichtspektrum aufweist. Unter diesem Lichteinfluss kommt es zu einer Abstoßungsreaktion der erkrankten Zellen. Im Gegensatz zu den kranken Zellen bleiben die gesunden Zellen von dieser chemischen Reaktion weitgehend unberührt.

Vorteile der Methode

Ein wesentlicher Vorteil der Methode ist die nichtinvasive, einfache und patientenfreundliche Anwendung. Im Vergleich zu herkömmlichen Therapieverfahren (OP, Kryotherapie) kann eine ähnlich gute Heilungsrate erreicht werden, dabei werden aber deutlich bessere kosmetische Resultate ohne Narbenbildung erzielt. Außerdem ist eine großflächige Behandlung erkrankter Areale (z.B. der gesamten Kopfhaut bei Männern) möglich. Hierbei werden auch bereits frühe Veränderungen miterfasst, die mit dem bloßen Auge noch gar nicht erkennbar sind.

Vor der Behandlung

Bitte tragen Sie die von uns ggf. verordnete Creme (z.B. Crea Urea) 14 Tage vor der Behandlung 1x tägl. auf die zu behandelnden Stellen auf. Starke Bräunung der Haut durch intensive Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden. Bei Einnahme von Blutverdünnungsmitteln nehmen Sie bitte Rücksprache mit uns.
Bitte cremen Sie die betroffenen Stellen am Tag der Behandlung nicht ein.

Durchführung der Behandlung

Die Behandlung erfolgt zweimal im Abstand von 7-14 Tagen. Die betroffenen Hautareale werden mit einer Kompresse aufgeraut, knotige Stellen oder Krusten mit der Kürette abgetragen, wenn nötig in Lokalanästhesie. Anschließend wird die lichtsensibilisierende Creme aufgetragen und die Haut mit einem Verband lichtdicht abgedeckt.
Eine Stunde vor Behandlungsbeginn sollten Sie ggf. eine Schmerztablette einnehmen.
Nach 3 Stunden Einwirkzeit entfernt Ihnen eine Arzthelferin den Verband. Auch etwaige Salbenreste werden entfernt. Zunächst kontrolliert der Arzt mit einer speziellen UV-Lampe (Schwarzlicht, Woodlicht), ob die Creme gut eingezogen ist. Dies ist erkennbar an einer Fluoreszierung der Haut.
Anschließend erfolgt die Belichtung mit der Rotlichtlampe für 20 Minuten. Zum Schutz der Augen wird eine Schutzbrille getragen.

Während der Behandlung

kann es zu Wärmegefühl, Missempfindung oder Schmerzen kommen, die sich durch Kühlung meist beheben lassen. Selten ist eine lokale Betäubung nötig. Gegebenenfalls werden wir Ihnen ein Schmerzmittel mitgeben.

Nach der Behandlung

setzt der Prozess der Abstoßung der veränderten Zellen ein. Es kommt zu einer flächigen, sonnenbrandähnlichen Rötung der Haut, Brennen und leichten Schmerzen, seltener auch zu Schwellungen, Krusten-und Pustelbildung. Diese Beschwerden klingen nach einigen Tagen wieder ab. Falls erforderlich können Sie ein für Sie verträgliches Schmerzmittel einnehmen. Eine leichte Rötung kann über einige Wochen bestehen.
Bei starker Reaktion, Schmerzen oder bei Fragen dürfen Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen.
Verwenden Sie mehrmals täglich eine antibakterielle Creme (z.B. Cicaplast). Feuchte Umschläge mit gekühltem Schwarztee lindern Schmerzen und Schwellungen. Nach Abfallen der Krusten sollten Sie konsequent Lichtschutzcreme zur Vermeidung von Pigmentierungen und neu auftretendem Hautkrebs anwenden.

Eine Nachuntersuchung ist 6-12 Wochen nach der Therapie sinnvoll. Eine vollständige Beseitigung der Hautveränderungen kann nicht in allen Fällen garantiert werden.

Es handelt sich bei der Photodynamischen Therapie um eine Leistung, die in aller Regel von den privaten Kassen übernommen, von den gesetzlichen Krankenversicherungen allerdings nicht übernommen wird. Alle Honorare entsprechen der gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).


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