Hyposensibilisierung

Unter einer Allergie versteht man eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf einen eigentlich harmlosen Stoff aus der Umwelt. Dies können z.B. Pollen, Insektengifte und Hausstaubmilben sein. Die Symptome äußern sich in Heuschnupfen, Asthma oder auch einer generalisierten, teils lebensbedrohlichen Reaktion bei Insektenstichen.

Da man die krankheitsauslösenden Allergene oft gar nicht meiden kann, ist eine Therapie erforderlich. Sie erfolgt zunächst symptomatisch, also mit Medikamenten wie Augentropfen, Nasentropfen, Antiallergischen Tabletten oder Asthmasprays, die die Symptome zurückdrängen.

Als ursächliche Behandlungsoption bietet sich eine Hyposensibilisierung an, mit der die Symptome reduziert oder komplett beseitigt werden können. Die Therapie eignet sich sowohl für Kinder (in der Regel ab dem 5. Lebensjahr) als auch für Erwachsene.

Bei der am häufigsten durchgeführte Form der spezifischen Hyposensibilisierung wird das Medikament in den Oberarm injiziert (SCIT). In der Steigerungsphase zu Beginn der Therapie erfolgen die Behandlungen in aufsteigender Dosierung in wöchentlichen Abständen. Nach einigen Wochen ist die individuelle Höchstdosis erreicht. Es folgt die Erhaltungsbehandlung, in der sich das Behandlungsintervall auf mehrere Wochen verlängert.

Da viele unterschiedliche Firmen Hyposensibilisierungslösungen anbieten, kann gegebenenfalls Ihr Behandlungsschema abweichen. Inzwischen gibt es auch eine Tabletten- oder Tropfentherapie.

Die Behandlung wird in der Regel für 3 Jahre durchgeführt, bei Insektengiftallergien gegebenenfalls länger. Bereits in der ersten Pollensaison sollten Sie eine Besserung der Symptome merken

Vorbereitung

Zu Beginn der Behandlung stellen wir mit Hilfe eines Hauttests und/oder eines Labortests fest, welche Allergene genau für Ihre Beschwerden verantwortlich sind. Außerdem müssen wir ausschließen, dass Begleiterkrankungen oder Begleitumstände vorliegen, die gegen eine Hyposensibilisierung sprechen.

In einem gemeinsamen Gespräch mit Ihnen werden wir dann die Entscheidung zu einer Hyposensibilisierung treffen. Sie erhalten von uns Informationsmaterial sowie eine Einwilligung, die Sie uns ausgefüllt und unterschrieben wieder abgeben. Erst dann können wir Ihnen ein Rezept ausstellen. Mit diesem gehen Sie in die Apotheke, wo die Lösung bestellt wird. Sobald Sie das Präparat erhalten haben, melden Sie sich wieder bei uns, um Termine für die Behandlung zu vereinbaren. Diese Termine erhalten Sie zeitnah!

Mögliche Nebenwirkungen

Wie jede Therapie kann auch eine Hyposensibilisierung zu unerwünschten Reaktionen führen. Sie müssen daher nach jeder Spritze noch zumindest 30 Minuten bei uns in der Praxis bleiben. Benachrichtigen Sie beim Auftreten von Reaktionen sofort einen Arzt oder eine Arzthelferin.

Leichte Hautreaktionen wie Schwellungen, Juckreiz und Rötungen treten relativ häufig an der Einstichstelle auf. Sie sind jedoch in der Regel harmlos. Hier helfen Ruhigstellung des Armes, kalte Umschläge, ggf. in Kombination mit einer Cortisoncreme und/oder gleichzeitiger Einnahme eines Antihistaminikums.

In seltenen Fällen kommt es zu Allgemeinreaktionen wie Niesreiz oder Fließschnupfen, Tränen, Brennen oder Rötung der Augen, trockenes Gefühl im Rachen-, Mund- oder Zungenbereich, Luftnot, Atembeschwerden oder Hustenreiz, Nesselsucht, Jucken oder Brennen an Handtellern, Fußsohle oder unter der Zunge, Mattigkeit, allgemeines Unwohlsein, Schwächegefühl, Herzklopfen, Fieber, Kreislaufreaktion mit Blutdruckabfall.

Schwere Allgemeinreaktionen (Schockreaktionen), wie Atemnot und Kreislaufkollaps treten äußerst selten auf. Weltweit werden im Jahr 1-2 Todesfälle beschrieben. Treten diese Nebenwirkungen erst zu Hause auf, wählen Sie im Notfall folgende Telefonnummern: 069/63 88 48 bzw. 06172/69 00 07 bzw. 06145/990171 bzw. 06174/20 94 04. Falls niemand erreichbar ist, rufen Sie den ärztlichen Notdienst Ihres Wohnortes an oder suchen ein Krankenhaus auf.

Allgemeine Hinweise

1. Körperliche Anstrengung ist bis zu 24 Stunden nach der Injektion zu vermeiden. Beachten Sie, dass Ihre Verkehrstauglichkeit eingeschränkt sein kann.

2. Nehmen Sie vor und nach jeder Spritze keine alkoholischen Getränke zu sich.

3. Teilen Sie dem Arzt vor jeder Spritze mit, ob Sie die vorausgegangene Spritze problemlos vertragen haben. Über jede Änderung Ihres Gesundheitszustandes während der Immuntherapie sollten Sie berichten, insbesondere über Entzündung, Fieber oder Infekte. Auch eine eingetretene Schwangerschaft, Impfungen sowie Bienen- und Wespenenstiche sollte erwähnt werden.

4. Nur eine regelmäßige Behandlung kann zum Erfolg führen. Sprechen Sie daher Unterbrechungen, wie z. B. durch Reisen, rechtzeitig ab.

5. Teilen Sie bitte dem Arzt die Einnahme von neuen Blutdruckmitteln (Beta-Blocker, ACE-Hemmer) und Antimalariamitteln (z. B. Lariam) mit, sowie die Anwendung ß-Blocker-haltigen Augentropfen.

6. In der Anfangsbehandlung werden die Injektionen in 7 bis 14-tägigen Abständen verabreicht. Ein Intervall von 7 Tagen sollte nicht unterschritten werden.

7. In der Fortsetzungsbehandlung (Höchstdosis) werden die Injektionen in 4 bis 6-wöchigen Abständen verabreicht.


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