• Fotobiologie

Die Sonne ist das Elixier unseres Lebens!

Natürliche Lichtquellen

Seit Jahrtausenden nutzt man die therapeutischen Vorteile der Sonnenstrahlung (Heliotherapie). Bekannt wurde die Heliothalasso-Therapie in der Antike, eine Sonnen-Meeres-Klima-Therapie, bei der der direkter Salzwasserkontakt der Haut, die eingeatmeten Aerosole des Salzwassers sowie die UV- und Wärmestrahlung der Sonne zusammenwirken.

Andere Formen der Klimatherapie benutzen als Heliotherapie allein die Sonnenstrahlung oder als Heliobalneo-Therapie die kombinierte Anwendung von Salzwasserbädern und Sonnenlicht.

Künstliche Lichtquellen

Moderne in der Dermatologie verwendete UV-Therapiegeräte in der Dermatologie erzeugen UV-Strahlung ausnahmslos durch Gasentladung. Grundsätzlich stehen zwei Lampentypen zur Verfügung:

                           · Fluoreszenzstrahler

                           · Hochdruckstrahler

Wir verwenden im Sole-Foto-Zentrum ausschließlich Fluoreszenzstrahler. Es sind Niederdruckstrahler mit unterschiedlich langgezogenen  Glasröhren, in denen die UV-Strahlung durch Gasentladung entsteht und durch eine fluoreszier-ende Schicht an der Innenseite des Glaskolbens und den Glaskolben selbst gefiltert wird. Die Vorteile dieser Geräte liegen in der Möglichkeit der gleichmäßigen Ausleuchtung größerer Hautflächen.

Wichtig ist, dass wir ein optimales Wirkungsprofil mit einem geringen Nebenwirkungsprofil kombinieren können. Wir benutzen nur Lampen mit UV-B Schmalspektrum-Bereich von 311nm in einer Vielzahl von Ganzkörper- und  Teilkörperbestrahlungsgeräten sowie in Breitband-UV-A Lampen.

Schädliche UV-C Wellenlängen werden nicht abgestrahlt.      

1.    Indikationen zur UV-B Fototherapie

In der Literatur wird die UV-B-Fototherapie als wichtigte Anwendungs-möglichkeit  bei den Indikationen Psoriasis, atopische Dermatitis (Neurodermitis), Juckreiz, Parapsoriasis en plaques und den Frühstadien der Mycosis fungoides genannt. Auch für die Prophylaxe der polymorphen Lichtdermatose ist sie erfolgversprechend einsetzbar.

In der Tabelle 1 sind darüber hinaus weitere Indikationen genannt. Grundsätzlich können sowohl Breitband- als auch Schmalspektrum-Strahler verwendet werden. Eine Überlegenheit der von uns verwendeten Schmalspektrum-Therapie wurde für die Psoriasis, das atopische Ekzem , die Prophylaxe der polymorphen Lichtdermatose und die Behandlung der Vitiligo  in wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt.

Tab.1. Wesentliche Indikationen*  zur UV-B-Fototherapie im Vergleich zwischen UV-B-Breitband- und UV-B 311nm Bestrahlung 

Indikation

UV-B-Breitband 

UV-B-311 nm 

Psoriasis

+

++

Atopische Dermatitis

+

++

Juckreiz

+

+

Prurigo

+

+

Parapsoriasis en plaques

+

+

Mycosis fungoides (patch Stadium)

+

+

Prophylaxe der polymorphen Lichtdermatose 

+

++

Vitiligo

--

++

Pityriasis lichenoides

+

0

Lymphomatoide Papulose

+

0

Seborrhoische Dermatitis

+

+

HIV-assoziierte pruritische Eruptionen

+

0  

 + empfehlenswert, ++ überlegen, - gering wirksam, 0 keine Erfahrungsberichte

 

2.      Indikationen zur Fotochemotherapie (PUVA-Therapie)

Grundsätzlich wird zwischen der systemischen, oralen  Fotochemotherapie und der topischen  Fotochemotherapie unterschieden. Die äußerlichen  Anwendungen gliedern sich in Vollbäder (Bade-PUVA), Teilbäder und Creme-Anwendungen (PUVA-ex).

Die orale Fotochemotherapie wird wegen eines erhöhten Krebsrisikos bei uns  nicht durchgeführt.

Der am häufigsten verwendete Fotosensibilisator ist 8-Methoxypsoralen.  Die Kombination von Psoralon mit UVA ist Namensgeber der PUVA-Therapie. 

Tab 2.  Die häufigsten Indikationen*  für die Fotochemotherapie

Diagnose

PUVA-Vollbad

PUVA-ex

Psoriasis vulgaris

+

 

Palmoplantare Psoriasis

 

+

Atopisches Ekzem

+

 

Dyshidrosiformes und hyperkeratotisches Hand- und Fußekzem

 

+

Parapsoriasis en plaques

+

 

Mycosis fungoides

 

Lymphomatoide Papulose

+

 

Morphea

+

 

Akute und chronische (sklerodermiforme) Graft-versus-host Erkrankung

+

 

Lichen ruber planus

+

+

                      

Tab 3.     Weitere seltenere Indikationen*, bei denen Fotochemotherapie eine Option darstellt

Allergisches Kontaktekzem

Pityriasis lichenoides

Eosinophile Pustulose (Ofuji)

Pruritus

Granuloma anulare

Prurigo

Histiozytosis X

Purpura pigmentosa

HIV-assoziierte pruritische Eruptionen 

Seborrhoische Dermatitis 

Keratosis lichenoides chronica

Skleroedema adultorum

Lichen sclerosus et atrophicus

Skleromyxödem

Morbus Grover

Urticaria pigmentosa

Papuloerythroderma (Ofuji)

Vitiligo

      *Indikationen aus den Dermatologischen Leitlinien zur Phototherapie

Praktische Durchführung

Bei der Bade-PUVA-Behandlung wird die 8-MOP-Konzentration im Badewasser mit Hilfe einer alkoholischen Stammlösung hergestellt. Die Badedauer beträgt 15 - 20 Minuten, die Temperatur des Wassers liegt bei 37° Celsius. Unmittelbar nach Voll- oder Teilbädern muss die UV-A-Bestrahlung erfolgen, da die Sensibilisierung der Haut rasch abnimmt und nach ein bis zwei Stunden kaum mehr nachweisbar ist.

Die 8-MOP-Creme soll nach dem Auftragen eine Stunde einwirken. Unmittelbar danach erfolgt die Bestrahlung mit speziellen Teilbestrahlungsgeräten.

 

Wirkung der UV-Therapie und Fotochemotherapie

Als  wesentlicher Wirkmechanismus wird derzeit der immunmodulatorische Einfluss mit  Überwiegen einer Immunsuppression angenommen. Die fehl- gesteuerte Aktivität von Immunzellen wie beispielsweise den T-Zellen wird durch Licht in der Haut unterdrückt. Das ist bei chronischen Haut-erkrankungen daran erkennbar, dass  Entzündungszustände mit verbundenen  Hautrötungen abgebaut werden und der häufig bestehende und quälende Juckreiz nachlässt.

 

Risiken und Nebenwirkungen der UV-Fototherapie und Fotochemotherapie

Die häufigsten akuten Nebenwirkungen umfassen sonnenbrandähnliche Hautrötungen nach UV-B-Bestrahlung sowie überschießende phototoxische Reaktionen bei Überdosierung der Bestrahlung im Fall der PUVA-Therapie.

Als chronische Schäden einer vieljährigen Foto(chemo)therapie können    UV-induzierte Lentigines (Sommersprossen) und eine lichtinduzierte Hautalterung auftreten.

Nach einer UV-B-Fototherapie wurde jedoch bislang keine sichere Erhöhung des Risikos für Basaliome oder Hautkarzinome beobachtet. Neuere Arbeiten bestätigen dies auch für die Schmalspektrum-Anwendung von UV-B 311nm.

Nach Bade-PUVA-Behandlungen wurde im Gegensatz zur systemischen PUVA-Therapie  kein erhöhtes Karzinomrisiko bislang beobachtet. Dies kann auf statistische Mängeln der vorliegenden Untersuchungen oder einer noch zu kurzen Beobachtungsdauer beruhen. Bis zur Klärung dieser Frage ist daher auch für die Bade-PUVA-Therapie eine strenge Indikationsstellung zu fordern.

Zu diesen Fragen können wir Sie in unserer Spezialsprechstunde in Abhängigkeit von Ihrem Lichttyp und Ihren Lebensgewohnheiten individuell aufklären.

Zusammenfassend wird die Fototherapie als eine bei chronischen Hauterkrankungen sehr wirksame und nebenwirkungsarme Therapie im Vergleich zu internen, medikamentösen Dauertherapien eingestuft.